Personalführung: Karriere der Angestellten kommt zu kurz

DUW-Monitor Karriereplanung: Nur rund jeder zweite Erwerbstätige erhält Fördermaßnahmen, wenn es um die Karriereplanung geht 

Berlin, 28. Juli 2015. Arbeitgeber wünschen sich loyale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Aufgaben motiviert bewältigen. Doch nicht immer unterstützen sie ihre Angestellten dabei, sich weiterzuentwickeln: Nur 57 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland führen Personal- und Entwicklungsgespräche. Lediglich rund die Hälfte erhält die Chance, regelmäßig außerbetriebliche Weiterbildung wahrzunehmen (51 Prozent) oder Zielvereinbarungen mit dem Vorgesetzten zu treffen (49 Prozent). Auf eine persönliche Mentorin oder einen Coach können die wenigsten zählen (15 Prozent). Wer seltener Fördermaßnahmen erhält, ist zudem unzufriedener. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.000 Erwerbstätigen im Auftrag der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW).*

Immerhin: 65 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten Gelegenheiten, um Erfahrungen und Wissen mit Kollegen auszutauschen, 61 Prozent können regelmäßig an interner Weiterbildung teilnehmen. „Doch Arbeitgeber müssen ihre Angestellten noch viel stärker bei der Karriereplanung unterstützen. Entwicklungsgespräche und klare Zielvereinbarungen sollten in modernen Unternehmen selbstverständlich sein – aktuell einigt sich jedoch nicht einmal die Hälfte der Angestellten mit ihren Vorgesetzten auf solche ‚Meilensteine‘“, sagt Dr. Julian Bomert, Kanzler der DUW. „Obwohl Unternehmen die Bedeutung moderner Personalführung erkannt haben, setzen sie vieles in der Praxis nicht um. Bewährte Methoden wie Mentoring und Coaching kommen ebenfalls zu selten zum Einsatz. Hier besteht eindeutig Nachholbedarf von Seiten der Personalführung.“

Wer seine Angestellten nicht fördert, verliert sie
Die DUW-Studie zeigt, dass diese Nachlässigkeit gravierende Folgen hat: Fast jeder dritte Erwerbstätige (31 Prozent) fühlt sich von seinem Vorgesetzten nicht unterstützt, wenn es um die Karriere geht. „Laut Forsa-Befragung gibt es zudem einen Zusammenhang zwischen Angeboten zur beruflichen Weiterentwicklung und Zufriedenheit im Job: Wer in Sachen Karriereplanung nicht ausreichend gefördert wird, ist unzufriedener als diejenigen, die Unterstützung erhalten“, sagt Bomert. Auch Experten wie Michael Donat, Mitglied der Geschäftsleitung von Sopra Steria Consulting, betonen, wie wichtig es sei, sich regelmäßig mit seinen Angestellten über den Karriereweg zu verständigen: „Heutige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer machen ihre Karriereplanung nicht mehr vom Unternehmen abhängig, sondern nehmen sie selbst in die Hand: Bietet ihnen ein anderer Arbeitgeber mehr, zögern sie nicht lange und wechseln.“

Junge Berufstätige setzen auf akademische Weiterbildung
Vor allem die jungen Erwerbstätigen sind zielorientiert, wenn es um ihre Karriere geht: Von den 18- bis 35-Jährigen würden 42 Prozent bei einem Jobwechsel den Arbeitgeber vorziehen, der ihnen eine akademische Weiterbildung ermöglicht. Während Jüngere viel Wert auf akademische Abschlüsse wie einen Master oder ein Hochschulzertifikat legen, ist für Ältere das Weiterbildungsangebot nur selten ausschlaggebend. „Innovative Arbeitgeber gehen auch auf die Bedürfnisse jüngerer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Sie unterstützen sie auf ihrem Karriereweg, reagieren mit veränderten Arbeitsbedingungen und einer modernen Unternehmenskultur. Wer hier Chancen vergibt, verliert im ‚War for Talents‘“, sagt Matthias Zeuch, Leiter der internationalen Beratungsgesellschaft HRMnext.

Schlüssel zum Erfolg: Theorie mit Praxisbezug
Ob jung oder alt – wenn es um die Inhalte von Weiterbildungsangeboten geht, setzen Angestellte die gleichen Prioritäten: 65 Prozent plädieren dafür, dass eine akademische Weiterbildung vor allem konkretes Fachwissen für die berufliche Praxis vermitteln soll. Nur etwa jeder Zehnte erwartet theoretische Hintergründe. Gut jeder fünfte Erwerbstätige antwortet spontan: Beide Aspekte sind wichtig. Weiterbildungsangebote, die Praxis und Theorie verzahnen, seien vor allem für die Karriere förderlich, sagt auch Florian Schramm, Professor für Personalwirtschaft an der Universität Hamburg. „Projektkarrieren, also zeitlich befristete Aufgaben zu unterschiedlichen Bereichen und Themen innerhalb eines Unternehmens, nehmen stark zu. Sie ersetzen immer mehr die klassische Karriereleiter. Sinnvoll ist es daher, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei zu unterstützen, sich gezielt weiterzuentwickeln. Mithilfe von Weiterbildungsangeboten erhalten sie die Chance, sich aktuelles Wissen anzueignen, das sie für neue Themen im Berufsalltag benötigen.“

Die digitale Pressemappe zur Studie finden Sie hier.

*Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte im April und Mai 2015 im Auftrag der DUW 1.000 Erwerbstätige ab 18 Jahren.

Die Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW)
Die Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW) mit Sitz in Berlin bietet akkreditierte Masterstudiengänge sowie weiterbildende Zertifikatsprogramme zu Management‐Themen für Berufstätige an. Das flexible Blended‐Learning‐Studiensystem und die individuelle Betreuung ermöglichen es DUW‐Studierenden, das Studium mit Privatleben und Beruf zu vereinbaren. Die DUW ist Partnerin der betrieblichen Personalentwicklung und unterstützt Unternehmen und Organisationen unter anderem bei der wissenschaftlich fundierten Entwicklung, Durchführung und Evaluation von Personalentwicklungsprogrammen und Führungskräftetrainings. Die Deutsche Universität für Weiterbildung gehört zum Verbund der Steinbeis-Hochschule Berlin, die international für erfolgreichen Wissens‐ und Technologietransfer steht.
Mehr Informationen unter www.duw‐berlin.de

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Julia Seimel

Mann beißt Hund – Agentur für Kommunikation

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